Conny18
Die Sanierung eines dreigeschossigen Hinterhauses in der Dresdner Neustadt versteht sich als präziser Eingriff in einen gewachsenen baulichen Kontext. Ausgangspunkt bildet der Bestand als materielles und konstruktives Archiv, dessen Schichten nicht überformt, sondern freigelegt und weitergeschrieben werden. Leitend ist der Ansatz zirkulärer Konstruktionen. Eingriffe erfolgen unter dem Primat der Reversibilität, der sortenreinen Trennung und der Wiederverwendbarkeit. Neue Bauteile werden als additive Schichten formuliert, die sich konstruktiv vom Bestand absetzen und zugleich in ein dialogisches Verhältnis zu ihm treten. Die Materialwahl folgt dabei einer Logik der Wiederverwendung und des minimalen Ressourceneinsatzes.
Die historischen Konstruktionen bleiben in ihrer strukturellen und räumlichen Logik erhalten. Tragwerk, Fügungen und Oberflächen werden gesichert, instandgesetzt und als sichtbare Träger der Gebäudegeschichte belassen. Der Entwurf verzichtet bewusst auf eine glättende Vereinheitlichung zugunsten einer lesbaren Heterogenität.
Vorhandene Fragmente werden nicht rekonstruiert, sondern als offene Spuren begriffen und in die neue Ordnung integriert. Durch eine gezielte farbliche Codierung des Bestands werden unterschiedliche Zeitschichten differenziert und miteinander verschränkt. Farbe fungiert hierbei als analytisches und zugleich entwerferisches Instrument, das Übergänge markiert und Kontinuitäten sichtbar macht. So entsteht ein Gefüge aus Bestand und Intervention, das den Transformationsprozess nicht verbirgt, sondern räumlich und materiell erfahrbar macht.






